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25 November 2025 | 4 min

FINMA-Risikomonitor 2025: Welche Risiken die Schweizer Finanzbranche jetzt im Blick haben muss

Die FINMA hat ihren Risikomonitor 2025 veröffentlicht und damit ein klares Bild der Risikolandschaft im Schweizer Finanzsektor gezeichnet. Banken, Versicherer, Vermögensverwalter und andere Finanzinstitute sehen sich im kommenden Drei-Jahres-Horizont mit einer Vielzahl makroökonomischer, technologischer und regulatorischer Risiken konfrontiert. Der Bericht zeigt deutlich, dass klassische Risiken wie Hypotheken und Kreditexpositionen weiterhin relevant sind, während neue Themen wie Cyberangriffe, IKT-Abhängigkeiten und komplexe Dienstleisterketten stark an Bedeutung gewinnen.

Der Risikomonitor macht klar: Unternehmen müssen ihre Governance-, Risiko- und Compliance-Strukturen weiterentwickeln, um in einem zunehmend instabilen Umfeld widerstandsfähig zu bleiben.

  • Der Risikomonitor 2025 identifiziert neun zentrale Risiken, die für die Schweizer Finanzbranche in den nächsten Jahren besonders kritisch sind.
  • Besonders hervorgehoben werden Immobilien- und Hypothekenrisiken, Kredit- und Marktrisiken, Cyber- und IKT-Risiken, Geldwäschereirisiken sowie Gefahren aus Auslagerungen.
  • Viele der Risiken bleiben hoch oder nehmen weiter zu.
  • Die FINMA formuliert klare Erwartungen an Institute, insbesondere im Hinblick auf Risikokultur, technische Sicherheit, Überwachung, Auslagerungskontrollen und Krisenmanagement.

Warum der Risikomonitor 2025 so relevant ist

Der Schweizer Finanzplatz ist stark international vernetzt, digitalisiert und in Bereichen wie Hypothekenkrediten hoch exponiert. Durch geopolitische Spannungen, hohe Zinsen, technologische Abhängigkeiten und neue Marktmodelle wächst der Druck auf Finanzinstitute, Risiken konsequent zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern.

Der FINMA-Risikomonitor dient dabei als Frühwarnsystem. Er zeigt, wo sich Schwachstellen entwickeln, wo systemische Gefahren bestehen und bei welchen Themen die Aufsicht künftig strenger hinschauen wird. Für GRC-Verantwortliche bietet der Bericht eine klare Orientierung, welche Themen höchste Priorität haben.

Die zentralen Risiken im Überblick

Im Risikomonitor 2025 werden mehrere Risikokategorien ausführlich beschrieben. Die wichtigsten davon sind:

Immobilien- und Hypothekenrisiken

Die Immobilienmärkte sind weiterhin angespannt, Nachfrage und Preise auf einem erhöhten Niveau. Gleichzeitig steigen Zinsen und Belehnungsquoten, während Haushalte hohe Verschuldungsgrade aufweisen. Banken und Versicherer müssen sicherstellen, dass ihre Kreditvergabestandards robust sind und dass Stresstests realistisch durchgeführt werden.

Kredit- und Marktrisiken

Volatile Märkte, geopolitische Unsicherheiten und mögliche Abwertungen bei Kreditnehmern belasten Finanzinstitute zusätzlich. Der Risikomonitor betont die Bedeutung eines risikobasierten Kreditmanagements, ausreichender Wertberichtigungen und einer engen Überwachung von Konzentrationen.

Geldwäscherei- und Sanktionsrisiken

Durch internationale Geschäftsmodelle, neue digitale Produkte und Kryptowährungen entstehen erhöhte Risiken. Institute müssen kundenbezogene Risiken besser einschätzen, Monitoring-Systeme weiterentwickeln und Meldeprozesse konsequent einhalten. Eine starke Risikokultur und ausreichende Ressourcen im Compliance-Bereich sind entscheidend.

Cyber- und IKT-Risiken

Digitale Abhängigkeiten haben stark zugenommen. Angriffe auf Finanzinfrastrukturen, Ausfälle bei IT-Dienstleistern oder Schwachstellen in Drittprodukten können gravierende Folgen haben. Die FINMA erwartet stabile Systeme, belastbare Notfallpläne und ein strenges Monitoring von Schwachstellen.

Outsourcing- und Dienstleisterrisiken

Viele Institute haben zentrale Funktionen ausgelagert. Das reduziert Kosten, erhöht aber Verwundbarkeit. Der Risikomonitor fordert eine klare Steuerung der Dienstleister, transparente Verträge, Kontrollrecht für Institute und die Fähigkeit, kritische Dienstleistungen auch bei Störungen weiterzuführen.

Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken

Auch wenn die Liquiditätssituation stabil erscheint, können Marktspannungen schnell zu Engpässen führen. Institute sollen definierte Frühwarnindikatoren nutzen, Szenarien simulieren und sicherstellen, dass sie im Stressfall handlungsfähig bleiben.

Was GRC-Verantwortliche jetzt tun sollten

Der Risikomonitor sendet eine deutliche Botschaft: Gute Governance, stabiles Risikomanagement und konsequente Compliance sind die Grundlage für Widerstandskraft. Konkret sollten Institute:

  • ihre Risikoanalysen aktualisieren und mit den FINMA-Risikofeldern abgleichen
  • eine klare Risikokultur etablieren, in der alle Mitarbeitenden Verantwortung übernehmen
  • Szenarioanalysen und Stresstests regelmässig durchführen
  • Cyber- und IKT-Resilienz stärken, inklusive Notfall- und Wiederanlaufplänen
  • Auslagerungen vollständig inventarisieren und kritisch überwachen
  • Geldwäscherei-Prozesse, KYC-Standards und Monitoring-Systeme neu bewerten
  • Reporting- und Eskalationswege klar definieren
  • die technische Infrastruktur modernisieren, um Risiken frühzeitig zu erkennen

Fazit

Der FINMA-Risikomonitor 2025 zeigt deutlich: Die Risikolage bleibt angespannt, und viele Herausforderungen nehmen eher zu als ab. Für die Schweizer Finanzbranche bedeutet das, dass Governance, Risiko- und Compliance-Strukturen noch stärker in den Mittelpunkt rücken müssen.
Nur Institute, die Risiken konsequent steuern, ihre Prozesse modernisieren und eine lebendige Risikokultur schaffen, werden langfristig robust bleiben.

FAQ

Was ist der FINMA-Risikomonitor?
Ein jährlich veröffentlichter Bericht, der die wichtigsten Risiken für den Schweizer Finanzmarkt identifiziert und Erwartungen der Aufsicht formuliert.

Welche Risiken stehen 2025 im Fokus?
Immobilien- und Hypothekenrisiken, Kreditrisiken, Marktrisiken, Cyber- und IKT-Risiken, Geldwäscherei, Outsourcing sowie Liquiditätsrisiken.

Warum betont die FINMA Cyberrisiken so stark?
Weil Cyberangriffe und IT-Ausfälle in ihrer Häufigkeit und Wirkung stark zunehmen und sehr schnelle, weitreichende Schäden verursachen können.

Was bedeutet Risikokultur?
Eine Haltung im Unternehmen, bei der jede Person Risiken aktiv erkennt, offen anspricht und verantwortungsvoll handelt – nicht nur die Compliance-Abteilung.

Was sollten Finanzinstitute jetzt tun?
Risiken neu bewerten, Governance und Monitoring verstärken, technische Resilienz erhöhen, Dienstleister kontrollieren und Prozesse für Geldwäscherei- und Cyberthemen professionalisieren.

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