Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA hat ihre Leitlinien zu Product Oversight and Governance für Retail-Banking-Produkte überarbeitet. Im Fokus stehen Produkte mit Umwelt-, Sozial- oder Governance-Merkmalen, also ESG-Produkte. Ziel ist es, Greenwashing-Risiken zu reduzieren und sicherzustellen, dass Verbraucher nicht durch unklare oder übertriebene Nachhaltigkeitsaussagen in die Irre geführt werden.
Für Banken, Finanzdienstleister und andere regulierte Unternehmen ist das ein wichtiges Signal: ESG-Compliance wird zunehmend operationalisiert. Es reicht nicht mehr, Nachhaltigkeitsmerkmale nur in Marketingunterlagen oder Produktinformationen zu nennen. Unternehmen müssen nachweisen können, wie ESG-Aussagen entstehen, wer sie prüft und wie sie über den gesamten Produktlebenszyklus überwacht werden.
Das Wichtigste in Kürze
Die EBA hat am 30. Juni 2026 überarbeitete Product Oversight and Governance Guidelines veröffentlicht. Sie adressieren ausdrücklich ESG-Merkmale und Greenwashing-Risiken und sollen ab dem 11. Januar 2027 gelten.
Für GRC-Verantwortliche bedeutet das, dass ESG-Produktgovernance stärker mit Risikomanagement, internen Kontrollen, Freigabeprozessen, Dokumentation und Monitoring verbunden werden muss.
Warum die EBA Greenwashing stärker adressiert
ESG-Produkte sind im Finanzsektor längst kein Nischenthema mehr. Banken und Finanzdienstleister bieten Kredite, Konten und andere Produkte zunehmend mit Nachhaltigkeitsbezug an. Gleichzeitig wächst das Risiko, dass ESG-Aussagen zu allgemein, missverständlich oder nicht ausreichend belegt sind.
Genau hier setzt die EBA an. Nachhaltigkeitsmerkmale sollen nicht nur kommunikativ attraktiv wirken, sondern nachvollziehbar definiert, geprüft und überwacht werden.
Greenwashing wird damit nicht nur zum Marketing- oder Reputationsrisiko, sondern zu einem Governance- und Kontrollthema.
ESG-Aussagen brauchen belastbare Governance
Wer ein Produkt als nachhaltig, grün oder ESG-orientiert beschreibt, muss intern nachvollziehbar erklären können, auf welchen Kriterien und Daten diese Aussage basiert und wer sie geprüft hat.
Ebenso wichtig ist die Frage, welche Risiken bestehen, dass Kunden eine Aussage falsch verstehen, und welche Kontrollen verhindern, dass Nachhaltigkeitsversprechen übertrieben oder nicht ausreichend belegt werden.
Diese Fragen gehören nicht nur in Marketingfreigaben, sondern in die Governance-Strukturen des Unternehmens.
Product Governance wird zum Nachweisthema
Die EBA-Leitlinien betreffen den gesamten Produktlebenszyklus von Entwicklung und Freigabe bis zu Vertrieb, Monitoring und Anpassung.
Bei ESG-Produkten müssen Nachhaltigkeitsmerkmale bereits in der Produktentwicklung klar definiert werden. Vertrieb und Kommunikation sollten dazu konsistent bleiben. Gleichzeitig müssen Beschwerden, Marktveränderungen und regulatorische Entwicklungen in das laufende Monitoring einfliessen.
Damit wird ESG-Produktgovernance zu einem Nachweisthema. Unternehmen müssen im Prüfungsfall zeigen können, dass Nachhaltigkeitsaussagen Teil eines kontrollierten und dokumentierten Prozesses waren.
Was GRC-Leader jetzt prüfen sollten
Unternehmen sollten zunächst identifizieren, welche Produkte mit ESG-Merkmalen oder Nachhaltigkeitsaussagen beworben werden. Danach sollte geprüft werden, wer für Definition, Prüfung und Freigabe verantwortlich ist und welche Greenwashing-, Compliance- oder Reputationsrisiken bestehen.
Ebenso wichtig sind Kontrollen für Datenqualität und Aussagegenauigkeit sowie eine nachvollziehbare Dokumentation von Entscheidungen und Freigaben.
Am Ende muss die Frage beantwortet werden können: Können wir belegen, warum eine ESG-Aussage korrekt war, wer sie geprüft hat und welche Kontrollen sie abgesichert haben?
Was das für Zazoon-Kunden bedeutet
Für Zazoon-Kunden mit Bezug zu Finanzdienstleistungen oder ESG-Kommunikation steigt der Bedarf an integrierter Governance.
Greenwashing-Risiken berühren dabei mehrere GRC-Bereiche gleichzeitig: Risikomanagement, internes Kontrollsystem, Compliance Management, Audit Management, Vendor Risk Management sowie Dokumenten- und Nachweismanagement.
Gerade wenn externe ESG-Daten, Ratings oder Dienstleister eingesetzt werden, müssen auch Abhängigkeiten und Verantwortlichkeiten transparent bleiben.
Warum Excel und E-Mail-Freigaben schnell an Grenzen kommen
Viele Unternehmen verwalten Produktfreigaben, Risiken und Nachweise noch über Excel, E-Mails oder getrennte Dokumentenablagen. Bei ESG-Aussagen entstehen jedoch schnell komplexe Abhängigkeiten zwischen Datenquellen, internen Kriterien, rechtlichen Bewertungen, Freigaben und Marketingmaterialien.
Sind diese Informationen nicht miteinander verbunden, wird es schwierig, Entscheidungen und Kontrollen später nachzuweisen.
ESG-Governance mit Zazoon strukturiert umsetzen
Zazoon unterstützt Unternehmen dabei, ESG- und Greenwashing-Risiken als Teil eines integrierten GRC-Systems zu steuern.
Risiken, Kontrollen, Verantwortlichkeiten, Aufgaben, Richtlinien und Nachweise können zentral miteinander verbunden werden. Dadurch lassen sich Produktfreigaben, Kommunikationskontrollen und Audit Trails nachvollziehbar steuern und auch Abhängigkeiten zu Drittparteien oder Datenquellen transparent abbilden.
Gerade für KMU und mittelständische Finanzdienstleister hilft dieser Ansatz dabei, steigende regulatorische Erwartungen mit begrenzten Ressourcen effizient zu bewältigen.
Fazit: Greenwashing-Prävention beginnt in der Governance
Die überarbeiteten EBA-Leitlinien machen deutlich, dass ESG-Aussagen steuerbar, überprüfbar und belegbar sein müssen. Greenwashing-Prävention ist damit keine reine Kommunikationsaufgabe mehr, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Governance, Risk und Compliance.
Unternehmen sollten deshalb frühzeitig prüfen, ob ESG-bezogene Produktprozesse ausreichend dokumentiert, kontrolliert und auditfähig sind.
Zazoon hilft dabei, ESG-Produktgovernance, Risiken, Kontrollen und Nachweise zentral zu steuern und aus manuellen Einzelprozessen eine belastbare GRC-Praxis zu machen.
FAQ
Was hat die EBA veröffentlicht?
Die EBA hat überarbeitete Leitlinien zu Product Oversight and Governance für Retail-Banking-Produkte veröffentlicht. Sie berücksichtigen ausdrücklich ESG-Merkmale und Greenwashing-Risiken.
Welche Unternehmen sind betroffen?
Die Leitlinien richten sich an Hersteller und Vertreiber von Produkten im EBA-Zuständigkeitsbereich, darunter unter anderem Hypotheken, Privatkredite, Einlagen, Zahlungskonten, Zahlungsdienste und E-Geld.
Warum ist das für GRC relevant?
Weil ESG-Aussagen organisatorisch abgesichert werden müssen. Unternehmen brauchen klare Verantwortlichkeiten, Risikobewertungen, Kontrollen, Freigaben und Nachweise.
Was ist Greenwashing bei Finanzprodukten?
Greenwashing liegt vor, wenn Nachhaltigkeitsaussagen irreführend, übertrieben, unklar oder nicht ausreichend belegt sind.
Wie unterstützt Zazoon bei ESG-Produktgovernance?
Zazoon verbindet Risiken, Kontrollen, Verantwortlichkeiten, Richtlinien und Nachweise in einem zentralen GRC-System und macht ESG-bezogene Produktprozesse dadurch transparenter und prüfbarer.
Table of Contents
- Das Wichtigste in Kürze
- Warum die EBA Greenwashing stärker adressiert
- ESG-Aussagen brauchen belastbare Governance
- Product Governance wird zum Nachweisthema
- Was GRC-Leader jetzt prüfen sollten
- Was das für Zazoon-Kunden bedeutet
- Warum Excel und E-Mail-Freigaben schnell an Grenzen kommen
- ESG-Governance mit Zazoon strukturiert umsetzen
- Fazit: Greenwashing-Prävention beginnt in der Governance
- FAQ
- Was hat die EBA veröffentlicht?
- Welche Unternehmen sind betroffen?
- Warum ist das für GRC relevant?
- Was ist Greenwashing bei Finanzprodukten?
- Wie unterstützt Zazoon bei ESG-Produktgovernance?