Rohstoffrisiken und wie man mit ihnen umgeht
16 April 2024

Wenn Ihr Unternehmen bei der Herstellung Ihres Produkts auf Rohstoffe jeglicher Art angewiesen ist, sollten Sie sicherstellen, dass Sie Massnahmen ergreifen, um das Risiko von Preisschwankungen oder Engpässe dieses Rohstoffs zu bewältigen. Mit anderen Worten: Sie sollten das Rohstoffrisiko verwalten. In diesem Blogbeitrag erläutern wir die Grundlagen des Rohstoffrisikos: Was es ist, was seine Ursachen sind und was Sie dagegen tun können.

Ist Ihr Unternehmen für die Herstellung Ihres Produkts auf einen Rohstoff – wie Holz, Getreide, Stahl etc. angewiesen? Die meisten Unternehmen, die Produkte jeglicher Art herstellen, verlassen sich dabei auf einen Rohstoff. Dies bedeutet automatisch. Ihr Unternehmen ist durch Rohstoffrisiken bedroht.

 

Was sind Rohstoffrisiken?

Unter Rohstoffrisiko versteht man die Gefahr von Preisschwankungen eines Rohstoffs. Laut verschiedener Studien nennen bis zu  70 % der globalen Unternehmen die Rohstoffkosten als grösste Bedrohung der Lieferkette. Beispielsweise ist der Preis für Lithium, das für Batterien von Elektrofahrzeugen von entscheidender Bedeutung ist, in den letzten zwei Jahren um das Zehnfache gestiegen. Allerdings sind die Preise für wichtige Basismetalle wie Stahl, Aluminium und Kupfer tendenziell rückläufig. Zu den Gründen gehören ein erhöhtes Angebot sowie eine schwächere globale Nachfrage aufgrund eines langsameren Wirtschaftswachstums in grossen Volkswirtschaften.

 

Was verursacht Rohstoffrisiken?

Preisschwankungen bei einem Rohstoff können verschiedene Ursachen haben, je nachdem, um welchen Rohstoff es sich handelt und woher der Rohstoff stammt. Und Risikoereignisse können gleichzeitig stattfinden. Die russische Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 bedroht weiterhin die Getreide- und Ölsaatenversorgung. Hohe Kraftstoff- und Energiepreise schmälern die Margen. Gleichzeitig hatte die COVID-19-Pandemie anhaltende Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion, den Arbeitskräftebedarf und die Logistik. Extreme Wetterbedingungen wirken sich weltweit zunehmend auf Ernten und Ernteerträge aus. All diese Faktoren führen zu starken Schwankungen der Marktpreise. Dies führt neben Preisschwankungen auch zu Engpässen. So soll nach aktuellen Prognosen die Halbleiter Knappheit erst 2025 zu Ende gehen.

 

Wie kann ich das Rohstoffrisiko verwalten?

Das Risikomanagement auf den Rohstoffmärkten ist nicht einfach, aber es ist möglich. Der Schlüssel liegt darin, zu verstehen woher der Rohstoff kommt und die Situation jederzeit im Blick zu haben. Die Diversifizierung der Lieferquellen spielt eine wichtige Rolle. Ausserdem müssen Risikoszenarien erarbeitet werden damit beim Eintreten einer solchen Situation klar geregelt ist wie reagiert wird. Wenn sie Unterstützung beim Aufbau ihres Rohstoff Risikomanagements benötigen, haben wir hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

 

  1. Identifikation von Schlüsselrohstoffen:
    Identifizieren Sie die Rohstoffe, die für Ihr Unternehmen oder Ihre Branche entscheidend sind. Dies können sowohl primäre Rohstoffe sein, die direkt in Ihren Produkten verwendet werden, als auch sekundäre Rohstoffe, die in Ihren Lieferketten verarbeitet werden.
  2. Bewertung der Abhängigkeit:
    Bewerten Sie die Abhängigkeit Ihres Unternehmens von diesen Rohstoffen. Welche Rohstoffe sind unersetzlich, welche können mit hohem Aufwand ersetzt werden und bei welchen wäre ein Wechsel auf einen anderen Rohstoff einfach umzusetzen. Berücksichtigen Sie dabei sowohl die Menge als auch die Bedeutung der Rohstoffe für Ihre Geschäftsprozesse und -produkte.
  3. Analyse der Lieferketten:
    Analysieren Sie Ihre Lieferketten, um die Herkunft der Rohstoffe zu verstehen und potenzielle Engpässe zu identifizieren. Berücksichtigen Sie dabei geopolitische Risiken, Verfügbarkeit, Preisvolatilität und Umweltauswirkungen.
  4. Diversifizierung der Lieferquellen:
    Streben Sie eine Diversifizierung Ihrer Lieferquellen an, um das Risiko von Lieferengpässen zu mindern. Suchen Sie nach alternativen Lieferanten und Regionen, um Ihre Abhängigkeit von einzelnen Quellen zu reduzieren.
  5. Überwachung von Marktentwicklungen:
    Halten Sie sich über Marktentwicklungen und Trends in Bezug auf Rohstoffe auf dem Laufenden. Dies umfasst Preisentwicklungen, technologische Innovationen, politische Entwicklungen und Umweltfaktoren, die die Verfügbarkeit von Rohstoffen beeinflussen können.
  6. Entwicklung von Risikoszenarien:
    Entwickeln Sie verschiedene Risikoszenarien für mögliche Rohstoffknappheiten und deren Auswirkungen auf Ihr Unternehmen. Berücksichtigen Sie dabei unterschiedliche Ursachen wie politische Instabilität, Naturkatastrophen, Handelsbeschränkungen oder technologische Veränderungen.
  7. Implementierung von Risikominderungsstrategien:
    Basierend auf Ihrer Risikoanalyse entwickeln Sie Strategien zur Minderung der Auswirkungen von Rohstoffknappheiten. Dies kann die Lagerung von Vorräten, langfristige Lieferverträge, Hedging-Instrumente, Produktinnovationen zur Reduzierung von Rohstoffabhängigkeit und die Entwicklung von Recycling- oder Kreislaufwirtschaftslösungen umfassen.
  8. Kontinuierliches Monitoring und Anpassung:
    Überwachen Sie kontinuierlich Ihre Risikomanagementstrategien und passen Sie diese bei Bedarf an veränderte Marktbedingungen und neue Risiken an. Ein flexibles und adaptives Risikomanagement ist entscheidend, um auf sich verändernde Bedingungen reagieren zu können.

Indem Sie diese Schritte befolgen und ein umfassendes Risikomanagement zum Thema Rohstoffknappheit implementieren, können Sie die Resilienz Ihres Unternehmens gegenüber Rohstoffrisiken verbessern und Ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern.